12.02.2010 - Die CD-Tipps von Bongartz Musik im Februar
Liebe Musikfreunde,
wie einige von euch ja bemerkt haben, hatten wir diese Woche für drei Tage eine freundliche junge Dame an unserer Seite. Das war Sarah, die bei uns ihr dreitägiges Schulpraktikum absolviert hat. Wir freuen uns sehr, euch diese Woche bei unseren Empfehlungen auch einen Tipp von ihr präsentieren zu dürfen.
Und auch sonst gibt es wieder einige wirklich leckere Platten, so dass sich diejenigen von euch, die sich nicht ins Faschingsgetümmel stürzen wollen, exzellent unterhalten können.
beste Grüße und ein musikalisches Wochenende
Peter Bongartz mit Todde Jarks und Andreas Schemm
Peter Gabriel "Scratch My Back"
Ein großer Wurf mit fremden Federn.
Was schenkt sich jemand, der schon alles hat? Morgen, am 13. Februar 2010 wird Peter Gabriel 60 Jahre alt und zu seinem Runden, schenkt er sich was ganz besonderes: 12 Songs von Künstlern wie David Bowie, Talking Heads, Neil Young und Paul Simon aber auch Arcade Fire, Elbow, Bon Iver und Regina Spektor. Ja, "Scratch my Back" ist ein Album mit Coverversionen, aber Peter Gabriel wäre nicht Peter Gabriel, wenn diese zwölf Songs nicht über das normale hinaus gingen. Gabriel hat die Arrangements zusammen mit dem in England wirkenden neuseeländischen Gegenwartskomponisten John Metcalfe angefertigt und lässt sich auf seinem ersten Album in acht Jahren von einem 54-köpfigen Sinfonieorchester begleiten. Interessanterweise sorgt dieser riesige Apparat allerdings nicht dafür Lieder zu ersticken, sondern dafür, dieser handverlesenen Songauswahl all ihre Intimität wieder zu geben. "Scratch my Back" i st ein Album zum eintauchen und wärmen, ein Album das mal wieder klar macht, warum Peter Gabriel so ein besonderer Künstler ist. Ende des Jahres soll dann "I'll Scratch Yours" erscheinen, auf dem all die hier gecoverten Künstler Gabriel's Songs neues Leben einhauchen.
Lightspeed Champion "Life Is Sweet! Nice To Meet You"
Musikalische Wundertüte.
Nach seinem beeindruckenden Debütalbum "Falling Off The Lavender Bridge" ist Devonté Hynes aka Lightspeed Champion von London nach New York umgezogen. Metropolenhopping. Und während das erste Album noch mit uramerikanischer Musik liebäugelte, zeigt sich "Life Is Sweet! Nice To Meet You" fast englisch. Ein bisschen Klassik, ein wenig 70er Jahre, Musiktheater und natürlich das wunderbar poppige Songwriting von Lightspeed Champion. Adam Green trifft David Bowie. Hynes lebt Musik, lässt sich treiben und uns teilhaben. "Mich inspiriert Zufälliges; Dinge, mit denen man nicht rechnet: In New York musste ich mal eine Woche auf die Wohnung eines Freundes aufpassen. Eines Abends packte mich die Arbeitswut und ich habe ein komplettes Album aufgenommen." Beschreiben lässt sich diese Musik, nennen wir es mal "pathetischer Kammerpop", sicher ist: der Titel passt perfekt: Schön dich zu hören. Mit so Musik ist das Leben schön.
Carl Cox "Black Rock Desert Gu38"
Das neunte Album des besten DJs der Welt.
Wenn man von dem besten DJ der Welt spricht, redet man meistens von Carl Cox. Der 47-jährige reist um die ganze Welt, um bei Veranstaltungen teilzunehmen und sein Talent der Welt zu zeigen. Man erkennt Cox daran, dass er statt zwei Plattenspielern drei benutzt, damit er die Platten noch mehr vermischen und daraus den perfekten Sound machen kann. Angefangen hat alles in Manchester, England, wo Cox 1962 geboren wurde. Mit 10 Jahren kaufte er sich seine ersten Platten und fünf Jahre später besaß er schon seinen eigenen Plattenspieler. Erst zeigt Cox seiner Familie sein Können, später auch seinem Freundeskreis. Dann spricht sich herum, dass er Talent hat und einige Zeit darauf verdient er sich Geld an kleinen Veranstaltungen. Immer mehr sind begeistert, wie der House- und Techno-DJ seine Beats mixt. Am 14. Januar 2010 kam nun das lang ersehnte 9. Album heraus: Global Underground Black Rock Desert. Dieses zweistündige Album z eigt die Vielfalt der Techno-Musik. Vor allem zu "Green Light" von Alan Fitzpatrick, "Scientific" von Alex Dias und "The Off World" von Noir kann man richtig abgehen. Dieses Album ist der perfekte Mix für eine Party, wo man den Stress des Alltags vergisst, abgeht und tanzt! (Sarah Budde)
Midlake "The Courage Of Others"
Wir können den Frühling schon mal träumen.
"The Trials Of Van Occupanther", das zweite Album des texanischen Quintetts ist nun schon vier Jahre alt. Höchste Zeit also für ein neues Werk. Auch auf dem dritten Album sind sie ihrer Mischung aus Folk, Rock und Pop treu geblieben. Der mehrstimmige Gesang und die ineinander verwobenen Gitarren funktionieren auf "The Courage Of Others" sogar noch besser als auf den beiden Vorgängern, die Keyboards werden deutlich sparsamer eingesetzt. Herausgekommen ist ein dichterer zeitloserer Sound, der Vergleiche mit Pink Floyd, Nick Drake und anderen Größen nicht scheuen muss. Das Album wird von "Acts Of Man" eröffnet, ein Kleinod, der ursprünglich als B-Seite gleich nach dem extensiven Touren eingespielt wurde und es jetzt nicht nur aufs Album geschafft hat, sondern sogar die aktuelle A-Seite wurde. Die akustischen Gitarren auf "Acts Of Man" sind exemplarisch für etwa die Hälfte de s Albums, die andere ist etwas voller arrangiert, mit verschachtelten E-Gitarren, Flöten, etc. Trotz relativ gleichbleibender Tempo und durchgehend melancholischer Stimmung ist das Album äußerst kurzweilig. Ein Album das es einem leicht macht, sich vom Winter in den Frühling zu träumen – ein erwachsenes, erhabenes Werk, ein Muss für jeden, der Musik von Pink Floyd bis Bright Eyes oder Lambchop schätzt!
Ocean Colour Scene "Saturday"
Die Brit Pop - Veteranen finden zu alter Größe zurück.
Seit 20 Jahren sind die Brit Pop-Veteranen von Ocean Colour Scene nun schon unterwegs und zählen bei Paul Weller und Noel Gallagher von Oasis zu ihren größten Fans - und dies zu recht! Nachdem die letzten beiden Scheiben nur ziemlich gut waren, präsentieren sie sich auf "Saturday" wieder wie man es von ihren großen Würfen ("Mosley Shoals” von 1996 und "Marchin' Already” von 1997) gewohnt war: sie verbinden großartiges Songwriting, das bewusst an ihre großen Vorbilder aus den 60ern (Beatles, Stones, Small Faces, Kinks) angelehnt ist, mit einem modernen, abwechslungsreichen, zeitlosen Sound. Die Band groovt sich durch 14 feine Pop-Perlen, mal rockig, mal balladesk. Dabei immer herausragend: die Gitarrenarbeit von Steve Cradock, der immer viel macht, ohne das es zuviel wird - nicht umsonst verzichtet Paul Weller nur ungern auf ihn, wenn er ein neues Album macht oder auf Tour geht. Auch Streicher und Bläser kommen zum Einsatz und man merkt der Band gerade hier die Erfahrung an: auch all die Songs, in denen sehr viel passiert, wirken nie überladen. Kurz: eines dieser perfekten Pop-Alben mit Nostalgiefaktor (60s und 90er Brit Pop), aber eben doch herrlich zeitlos.
Liebe Musikfreunde,
wie einige von euch ja bemerkt haben, hatten wir diese Woche für drei Tage eine freundliche junge Dame an unserer Seite. Das war Sarah, die bei uns ihr dreitägiges Schulpraktikum absolviert hat. Wir freuen uns sehr, euch diese Woche bei unseren Empfehlungen auch einen Tipp von ihr präsentieren zu dürfen.
Und auch sonst gibt es wieder einige wirklich leckere Platten, so dass sich diejenigen von euch, die sich nicht ins Faschingsgetümmel stürzen wollen, exzellent unterhalten können.
beste Grüße und ein musikalisches Wochenende
Peter Bongartz mit Todde Jarks und Andreas Schemm
Peter Gabriel "Scratch My Back"
Ein großer Wurf mit fremden Federn.
Was schenkt sich jemand, der schon alles hat? Morgen, am 13. Februar 2010 wird Peter Gabriel 60 Jahre alt und zu seinem Runden, schenkt er sich was ganz besonderes: 12 Songs von Künstlern wie David Bowie, Talking Heads, Neil Young und Paul Simon aber auch Arcade Fire, Elbow, Bon Iver und Regina Spektor. Ja, "Scratch my Back" ist ein Album mit Coverversionen, aber Peter Gabriel wäre nicht Peter Gabriel, wenn diese zwölf Songs nicht über das normale hinaus gingen. Gabriel hat die Arrangements zusammen mit dem in England wirkenden neuseeländischen Gegenwartskomponisten John Metcalfe angefertigt und lässt sich auf seinem ersten Album in acht Jahren von einem 54-köpfigen Sinfonieorchester begleiten. Interessanterweise sorgt dieser riesige Apparat allerdings nicht dafür Lieder zu ersticken, sondern dafür, dieser handverlesenen Songauswahl all ihre Intimität wieder zu geben. "Scratch my Back" i st ein Album zum eintauchen und wärmen, ein Album das mal wieder klar macht, warum Peter Gabriel so ein besonderer Künstler ist. Ende des Jahres soll dann "I'll Scratch Yours" erscheinen, auf dem all die hier gecoverten Künstler Gabriel's Songs neues Leben einhauchen.
Lightspeed Champion "Life Is Sweet! Nice To Meet You"
Musikalische Wundertüte.
Nach seinem beeindruckenden Debütalbum "Falling Off The Lavender Bridge" ist Devonté Hynes aka Lightspeed Champion von London nach New York umgezogen. Metropolenhopping. Und während das erste Album noch mit uramerikanischer Musik liebäugelte, zeigt sich "Life Is Sweet! Nice To Meet You" fast englisch. Ein bisschen Klassik, ein wenig 70er Jahre, Musiktheater und natürlich das wunderbar poppige Songwriting von Lightspeed Champion. Adam Green trifft David Bowie. Hynes lebt Musik, lässt sich treiben und uns teilhaben. "Mich inspiriert Zufälliges; Dinge, mit denen man nicht rechnet: In New York musste ich mal eine Woche auf die Wohnung eines Freundes aufpassen. Eines Abends packte mich die Arbeitswut und ich habe ein komplettes Album aufgenommen." Beschreiben lässt sich diese Musik, nennen wir es mal "pathetischer Kammerpop", sicher ist: der Titel passt perfekt: Schön dich zu hören. Mit so Musik ist das Leben schön.
Carl Cox "Black Rock Desert Gu38"
Das neunte Album des besten DJs der Welt.
Wenn man von dem besten DJ der Welt spricht, redet man meistens von Carl Cox. Der 47-jährige reist um die ganze Welt, um bei Veranstaltungen teilzunehmen und sein Talent der Welt zu zeigen. Man erkennt Cox daran, dass er statt zwei Plattenspielern drei benutzt, damit er die Platten noch mehr vermischen und daraus den perfekten Sound machen kann. Angefangen hat alles in Manchester, England, wo Cox 1962 geboren wurde. Mit 10 Jahren kaufte er sich seine ersten Platten und fünf Jahre später besaß er schon seinen eigenen Plattenspieler. Erst zeigt Cox seiner Familie sein Können, später auch seinem Freundeskreis. Dann spricht sich herum, dass er Talent hat und einige Zeit darauf verdient er sich Geld an kleinen Veranstaltungen. Immer mehr sind begeistert, wie der House- und Techno-DJ seine Beats mixt. Am 14. Januar 2010 kam nun das lang ersehnte 9. Album heraus: Global Underground Black Rock Desert. Dieses zweistündige Album z eigt die Vielfalt der Techno-Musik. Vor allem zu "Green Light" von Alan Fitzpatrick, "Scientific" von Alex Dias und "The Off World" von Noir kann man richtig abgehen. Dieses Album ist der perfekte Mix für eine Party, wo man den Stress des Alltags vergisst, abgeht und tanzt! (Sarah Budde)
Midlake "The Courage Of Others"
Wir können den Frühling schon mal träumen.
"The Trials Of Van Occupanther", das zweite Album des texanischen Quintetts ist nun schon vier Jahre alt. Höchste Zeit also für ein neues Werk. Auch auf dem dritten Album sind sie ihrer Mischung aus Folk, Rock und Pop treu geblieben. Der mehrstimmige Gesang und die ineinander verwobenen Gitarren funktionieren auf "The Courage Of Others" sogar noch besser als auf den beiden Vorgängern, die Keyboards werden deutlich sparsamer eingesetzt. Herausgekommen ist ein dichterer zeitloserer Sound, der Vergleiche mit Pink Floyd, Nick Drake und anderen Größen nicht scheuen muss. Das Album wird von "Acts Of Man" eröffnet, ein Kleinod, der ursprünglich als B-Seite gleich nach dem extensiven Touren eingespielt wurde und es jetzt nicht nur aufs Album geschafft hat, sondern sogar die aktuelle A-Seite wurde. Die akustischen Gitarren auf "Acts Of Man" sind exemplarisch für etwa die Hälfte de s Albums, die andere ist etwas voller arrangiert, mit verschachtelten E-Gitarren, Flöten, etc. Trotz relativ gleichbleibender Tempo und durchgehend melancholischer Stimmung ist das Album äußerst kurzweilig. Ein Album das es einem leicht macht, sich vom Winter in den Frühling zu träumen – ein erwachsenes, erhabenes Werk, ein Muss für jeden, der Musik von Pink Floyd bis Bright Eyes oder Lambchop schätzt!
Ocean Colour Scene "Saturday"
Die Brit Pop - Veteranen finden zu alter Größe zurück.
Seit 20 Jahren sind die Brit Pop-Veteranen von Ocean Colour Scene nun schon unterwegs und zählen bei Paul Weller und Noel Gallagher von Oasis zu ihren größten Fans - und dies zu recht! Nachdem die letzten beiden Scheiben nur ziemlich gut waren, präsentieren sie sich auf "Saturday" wieder wie man es von ihren großen Würfen ("Mosley Shoals” von 1996 und "Marchin' Already” von 1997) gewohnt war: sie verbinden großartiges Songwriting, das bewusst an ihre großen Vorbilder aus den 60ern (Beatles, Stones, Small Faces, Kinks) angelehnt ist, mit einem modernen, abwechslungsreichen, zeitlosen Sound. Die Band groovt sich durch 14 feine Pop-Perlen, mal rockig, mal balladesk. Dabei immer herausragend: die Gitarrenarbeit von Steve Cradock, der immer viel macht, ohne das es zuviel wird - nicht umsonst verzichtet Paul Weller nur ungern auf ihn, wenn er ein neues Album macht oder auf Tour geht. Auch Streicher und Bläser kommen zum Einsatz und man merkt der Band gerade hier die Erfahrung an: auch all die Songs, in denen sehr viel passiert, wirken nie überladen. Kurz: eines dieser perfekten Pop-Alben mit Nostalgiefaktor (60s und 90er Brit Pop), aber eben doch herrlich zeitlos.







